Rückblick auf die Sitzungen des Deutschen DRM-Forums


 am 22./23. Mai 2016 in Nauen und Berlin

   am 3./4. November 2015 in Köln

  s am 6./7. Mai 2015 in Berlin

   am 5./6. November 2014 in Ludwigshafen

 


Sitzung des Deutschen DRM-Forums am 22./23. Mai in Nauen und Berlin

Das Deutsche DRM-Forum tagte am 22. Juni 2016 auf Einladung der Media Broadcast GmbH an seiner Kurzwellensender-Station Nauen bei Berlin und am 23. Juni 2016 an der Beuth Hochschule.

Am ersten Tag wurden die Teilnehmer durch den Senderstandort in Nauen mit seinen vier drehbaren Kurzwellen-Richtantennen und einer einzigartigen Kurzwellenantenne, die in Azimut- und Elevationsrichtung drehbar ist, geführt. Von hier aus werden Programme mit einer Sendeleistung von bis zu 500 kW AM bzw. bis zu 250 kW DRM abgestrahlt, darunter auch das DRM-Signal der deutschen Marine "News on the Ship" zu den auf den Weltmeeren operierenden Schiffen.

Am zweiten Tag präsentierte Alexander Lüdtke, Student der Beuth Hochschule eindrucksvoll die ersten Ergebnisse von Labor- und Feldmessungen im Rahmen seine Masterarbeit mit dem Kurzwellensender "Beuth on Air", über den ein DRM-Dienst auf 26,040 MHz mit 100 W ERP abgestrahlt wird.

Manfred Kühn stellte seine Überlegungen über eine Multikanal-Übertragung mehrerer DRM+-Blöcke in einem DAB-Kanal. Damit könnte es möglich sein, nicht nur Programme identisch in der gesamten DAB-Versorgungsbereich zu übertragen (wie es Standard für DAB ist), sondern auch regionale und lokale Programme flexibel in ihren eigenen lokalen Verbreitungsgebieten zu verbreiten. Manfred Kühn zeigte diesen interessanten Ansatz bereits auf dem Europäischen DRM Workshop im April 2016 und wird ihn auch auf dem 14. Workshop Digitaler Rundfunk im September 2016 in Erfurt präsentieren, der vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie veranstaltet wird.

Die deutsche DRM-Plattform hatte die Beschreibung des DRM-Systems auf der deutschen WIKIPEDIA-Seite zu DRM überarbeitet und jetzt dort veröffentlicht. Die Beschreibung ist auch auf der Website als PDF-Dokument zum Download verfügbar.

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Sitzung des Deutschen DRM-Forums am 3./4. November 2015 in Köln

Das Deutsche DRM-Forum tagte am 3./4. November auf Einladung der Media Broadcast in Köln.

Alexander Zink informierte über die internationalen Aktivitäten des DRM-Konsortiums, das nun auch vermehrt Gespräche in europäischen Staaten zur Einführung von DRM+ als Ergänzung zu den etablierten DAB Netzwerken insbesondere für die Umsetzung von lokalen und regionalen Programmen führt. Aus dem Deutschen DRM-Forum kam der Vorschlag, diese vielfältigen aber bisher isolierten Initiativen in Europa auf einem Workshop in 2016 zu bündeln.

In Deutschland wird DRM+ laut Joachim Lehnert in den Arbeitsgruppen zur Umsetzung des digitalen Radios zurzeit nicht mehr diskutiert. Er berichtete, dass die Medienanstalten in einem Bericht (Download hier) festgestellt hatten, dass DRM+ zwar besonders zur lokalen Hörfunkversorgung geeignet ist, aber wegen fehlender Empfangsgeräte aktuell nicht markttauglich sei. Daher empfehlen die Medienanstalten ausschließlich DAB als einziges marktreifes digitales Hörfunksystem für den Umstieg von UKW-FM, auch für den lokalen Hörfunk. Auch das Digitalradio Board des BMVI, das den Umstieg vom analogen auf den digitalen terrestrischen Hörfunk in Deutschland leitet, folgt dieser Empfehlung für DAB+. Jedoch konnte das Deutsche DRM-Forum erreichen, als Mitglied im Leiterkreis des Digitalradio Boards des BMVI aufgenommen zu werden. Das eröffnet die Möglichkeit zu gegebener Zeit neue Impulse für DRM+ einzubringen. Voraussetzung ist aber die Verfügbarkeit von Multi-Standard-Radios im Handel, die neben UKW-FM und DAB auch DRM+ empfangen.

Das Deutsche DRM-Forum veröffentlichte die neu gestaltete Internetseite drm-forum.de, die Informationen zum Deutschen DRM-Forum und den DRM-Entwicklungen gibt. Die Internetseite basiert auf Joomla und ist auch für die Ansicht auf Smartphones optimiert.

Joachim Lehnert präsentierte einen technischen Bericht "Study on the Comparison of the Transmitting Power between DRM+ and DAB/DAB+ in VHF Band III to Cover the same Service Area" mit einem Vergleich zwischen der benötigten Sendeleistung von DAB/DAB+ und DRM+ im VHF-Band III. Ein Ergebnis der Studie ist, dass DRM+ (4-QAM) gegenüber DAB+ im Mittel 12 dB weniger Leistung benötigt, um die gleiche Reichweite zu erzielen. (Download der Powerpoint-Präsentation). Weitere Infos unter Positionen & Berichte.

Volker Behling zeigte das Projekt der Media Broadcast in Kooperation mit RFmondial und Fraunhofer IIS „News on the Ship“ mit der Deutschen Bundesmarine. Eine DRM-Ausstrahlung vom KW-Sender Nauen wurde in Köln mit dem DRM-Empfänger DT-700 von RFmondial empfangen und über den DRM BoardNet Server Software des Fraunhofer IIS dargestellt, welche der Bord-Besatzung über einen Stanard-Webbrowser und ein beliebiges Mobil-Gerät Zugriff sowohl auf aktuell wie auch auf früher empfangene DRM Inhalte (Audio-Programme und Journaline Text-Nachrichten) erlaubt.

Christian Seeberg und Niels Dreijer berichten von einem Vorhaben, in Kalundborg einen KW-Sender zu betreiben, um die Handelsschiffe, die im Hafen von Kalundborg liegen, mit DRM-Programmen zu versorgen. Weiterhin ist eine Kooperation mit Reedereien geplant, um Handelsschiffe auf den Hochseerouten mit DRM-Programmen zu versorgen. 

Alexander Zink vom Fraunhofer IIS erläuterte den neuesten Stand der für DRM ebenso wie für DAB verfügbaren Emergency Warning Functionality (EWF). EWF ist eine Kombination der Alarm-Announcements mit Audio-Ansagen und mehrsprachigen Text-Instruktionen im Journaline-Format, die dem Radio-Benutzer gezieltes Nachschlagen von detaillierten Instruktionen erlauben und außerdem hörgeschädigte Benutzer des Radiogeräts über eine Notfallsituation informieren können. Der zweite Teil erlaubte Teilnehmern des Treffens in Form eines Hands-On Workshops, ein eigenes EWF-Rundfunksignal inclusive Live-Auslösung des Alarms an einem DRM ContentServer von Grund auf selbst zu konfigurieren und über die DRM MultimediaPlayer Radio Applikation direkt zu empfangen.

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Sitzung des Deutschen DRM-Forums am 6./7. Mai 2015 in Berlin

Das Deutsche DRM-Forum tagte am 6./7. Mai 2015 auf Einladung von DeutschlandRadio Berlin und der Beuth Hochschule Berlin. Die Teilnehmer informierten sich über die weltweiten Aktivitäten zu DRM und den nationalen Vorhaben in Deutschland und in Dänemark.

Themenschwerpunkt war die Entscheidung der ARD, die Hörfunkverbreitung über DAB+ zu forcieren und langfristig den UKF-FM-Hörfunk auslaufen zu lassen. Unterstützt wird diese Haltung durch eine technische Studie des Institus für Rundfunktechnik (IRT) im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) vom 11. November 2014 "Terrestrischer Hörfunk: Zukünftige Entwicklung im Hinblick konkurrierender Übertragungswege". Die Studie wurde am 16. April 2015 im BMVI vorgestellt. Das BMVI kündigte auf der Veranstaltung die Einrichtung eines „Digitalradio Boards“ zur Festlegung der Meilensteine für den digitalen Umstieg der Hörfunkverbreitung an, an dem das Deutsche DRM-Forum mitarbeiten möchte.

Das Deutsche DRM-Forum hatte beschlossen, eine Stellungnahme zum IRT-Bericht abzugeben. Grund ist, dass im Bericht ausschließlich DAB als das geeignete terrestrische Hörfunksystem empfohlen wird. DRM+ wird grundlagend abgelehnt, was aus Sicht des Deutsche DRM-Forums nicht den neuesten Erkenntnissen und Entwicklungen zu DRM+ entspricht. Gerade die Vorteile von DRM+ zur lokalen Versorgung in Ergänzung zur großflächigen DAB-Versorgung werden nicht richtig dargestellt. Auch sieht es das Deutsche DRM-Forum als unverzichtbarer Schritt für eine Marktimplementierung von DRM+ an, dass die digitalen Radiogeräte zusätzlich zu DAB auch DRM+ empfangen und fordert die Aufnahme von DRM+ in der Smart Radio Initiative der EBU.

Am zweiten Tag der Sitzung stellte Christian Voigtländer von der Beuth Hochschule das Campus Radio-Projekt “Beuth on Air“ mit einer Hörfunkübertragung im 11 m-Band vor, das im Sommer 2015 starten soll.

  
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Sitzung des Deutschen DRM-Forums am 5./6. November 2014 in Ludwigshafen

Das Deutsche DRM-Forum tagte auf Einladung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz am 6./7. November 2014 in Ludwigshafen.

Neben den weltweiten Aktivitäten zu DRM, insbesondere in Dänemark, informierte Alexander Zink über das Projekt in Bayern zur Erprobung des Emergency Warning System (EWS). Joachim Lehnert gab einen Rückblick über das Symposium „Einstieg in die digitale Verbreitung über DAB und DRM+ für den lokalen Hörfunk und Bürgermedien - Meilensteine aus Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa am 3. Juli 2014 im Konferenz-Center des Fritz-Walter-Stadions in Kaiserslautern. Auf dem Symposium wurde ein portabler Hörfunksender für das VHF-Band III vorgestellt und betrieben, mit dem gleichzeitig DAB und DRM+ ausgestrahlt werden kann.

Am Ende der Sitzung gab Detlef Pagel, langjähriger Vorsitzender des Deutschen DRM-Forums den Vorsitz ab, da er in den Ruhestand geht. Als neuer Vorsitzender wurde Joachim Lehnert gewählt; Detlef Pagel wurde zu seinem Stellvertreter ernannt.

 

 

 

  
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